Was ist dran an SEO?

Date:  |  Author: Matthias Pommranz

Icon Google»Wir bringen Sie bei Google auf die erste Seite«. So in etwa lautet das Versprechen der Suchmaschinen­optimierung – zumindest klingt es so auf einschlägigen Websites und in tausenden Spam-Mails. Doch auch wenn sich im SEO-Bereich viele unseriöse Anbieter tummeln, geht es hier um ein Kernthema der Onlinewelt.

Wer eine Website betreibt, möchte auch, dass sie bei Google gefunden wird – das ist nun mal die Grundlage für neue Besucher und den Geschäftserfolg des Website-Betreibers. Da mir bei Kundengesprächen immer wieder bruchstückhafte, teils auch veraltete Vorstellungen begegnen, habe ich das Referat von Steve Mortiboy auf dem WordCamp Raleigh 2015 zum Anlass genommen, in diesem Artikel einen aktuellen Überblick zum Thema »SEO« zu geben. Steve Mortiboy ist einer der führenden Köpfe bei Semper Fi Web Design, das mit »All in One SEO« das beliebteste WordPress-Plugin in diesem Bereich anbietet. Am Ende fasse ich seine Empfehlungen und eigene Erfahrungen zu zwei strategischen Vorgehensweisen zusammen.

Vorab: In diesem Artikel ist nur von Google die Rede. Klar, es gibt auch noch Bing, Ask.com usw. Aber über 95% der Suchanfragen laufen über den Marktführer, und nicht umsonst hat sich der Begriff »googeln« in der Alltagssprache durchgesetzt.

Verbreitete Irrtümer

  • Irrtum 1: Es geht nur um Suchbegriffe
    Schlüsselwörter spielen eine wichtige Rolle, doch Google geht viel weiter und wertet die gesamten Seiteninhalte aus. Auch bei den Suchanfragen geht es nicht nur um einzelne Begriffe; Google versteht inzwischen komplexe Sätze und Formulierungen. Und der früher zentrale Keywords-Meta tag im Header einer HTML-Seite wird von Google seit 2009 nicht mehr unterstützt – wegen zu viel Missbrauch.
  • Irrtum 2: Google zeigt das an, was ich vorgebe
    Falsch: Google verwendet für die Suchergebnisse Überschriften und Kurzbeschreibungen nach eigener Wahl. Wir können Inhalte, Seitentitel und Beschreibungen zur Verfügung stellen; es gibt aber keine Garantie, dass sie in den Suchergebnissen angezeigt werden.
  • Irrtum 3: Wenn ich veröffentliche, kommt Google von selbst
    Die Google-Crawler durchsuchen ständig das Web. Dennoch lohnt es sich, Websites bei Google anzumelden und eine Sitemap zur Verfügung zu stellen, damit neue Inhalte schneller gefunden werden.
  • Irrtum 4: Mit Backlinks steigt mein Google-Ranking
    Die Verlinkung auf anderen Websites sollte ursprünglich ein Qualitätsmerkmal für die Bedeutung einer Seite sein. Aber nicht jeder Link ist vorteilhaft: Nur Links auf größeren, wichtigen Websites wirken sich positiv auf das Ranking aus. Und da das Prinzip durch gekaufte Links auf entsprechenden Plattformen missbraucht wird, verlieren Backlinks im Google-Algorithmus mehr und mehr an Bedeutung.
  • Irrtum 5: Das Seite 1-Versprechen
    Niemand kann Ihnen einen Platz unter den ersten Suchergebnissen garantieren – schon deshalb nicht, weil verschiedene Personen und Geräte unterschiedliche Ergebnisse angezeigt bekommen. Außerdem arbeitet Google ständig an seinem Suchalgorithmus und passt ihn an neue Techniken, Benutzergewohnheiten und SEO-Tricks an.

Das Google-Ranking

Halten wir uns vor Augen, welches Interesse Google verfolgt: Sinn der Suchmaschine ist nicht das Bewerben Ihrer Website (dafür gibt es einen eigenen Dienst, nämlich Google AdWords), sondern zu unseren Suchanfragen passende und relevante Seiten im Web vorzuschlagen. Google versucht daher einerseits, die Absichten der Benutzer zu verstehen, andererseits werden die Seiten im World Wide Web nach verschiedenen Kriterien analysiert.

Nach eigenen Angaben verwendet Google etwa 2000 Faktoren, um eine Seite zu bewerten. Welche Bedeutung ihnen im Einzelnen beigemessen wird (also der berühmte Google-Algorithmus) bleibt Betriebsgeheimnis. Die Entwicklungsabteilung informiert aber immer wieder über Faktoren, die Google wichtig sind, z.B. die Sicherheit und die Ladegeschwindigkeit einer Seite, saubere Programmierung oder eine gute Darstellung auf Mobilgeräten.

Der Suchalgorithmus wird ständig weiterentwickelt – oft ohne dass wir etwas davon merken. Der Panda-Algorithmus (ab 2011) analysierte die inhaltliche Qualität einer Seite; hochwertige Seiten wurden besser platziert, Seiten mit niedriger Qualität zurückgestuft. Durch das Penguin-Update (ab 2012) bestrafte Google viele Tricks, mit denen eifrige SEO-Spezialisten die Suchergebnisse manipulieren wollten, z.B. unnatürliche Backlinks oder Webspam. Seit Einführung des Hummingbird-Algorithmus (2013) versteht Google nun komplexe Formulierungen und lange Suchsätze (Semantische Suche) sowie gesprochene Texte. Dadurch ist z.B. eine Smartphone-Suche »zeige mir Tankstellen in meiner Nähe« möglich.

Googles Strategie ist also, die Seiten zu bevorzugen, die den Besuchern tatsächlich Nutzen bringen. Der Algorithmus ist schlau genug, um ständig neue SEO-Tricks zu erkennen wie versteckte Texte, Keyword Spamming oder spezielle Seiten, die nur für Suchmaschinen gemacht wurden (Cloaking, Duplicate Content). Solche unsauberen Maßnahmen werden durch Herabstufung in den Suchergebnissen bestraft; teilweise werden Seiten ganz aus den Suchergebnissen verbannt, bezahlte Link-Netzwerke beispielsweise.

SEO-Strategie 1: Der einfache Weg

Sie wollen einfach eine funktionierende Website, ohne dauernd Arbeit in Suchmaschinen­optimierung zu stecken? Kein Problem. Wir erstellen Ihre Website mit WordPress, das bereits von seiner Architektur her suchmaschinenfreundlich arbeitet – Google liebt WordPress. Außerdem statten wir jede Website standardmäßig mit einem SEO-Tool aus. Zusammen mit den professionellen Seiteninhalten von Studio2 sind damit alle wichtigen Funktionen abgedeckt:

  • Die gut strukturierte Navigation und Seitenhierarchie sowie aussagekräftige URLs nützen Ihren Besuchern und verbessern das Google-Ranking.
  • Eine XML-Sitemap zeigt Google alle einzelnen Seiten und ihren jeweiligen Aktualisierungsturnus.
  • Jede Seite stellt suchmaschinenfreundliche Seitentitel, Tags und Beschreibungen bereit. Mit der benutzerfreundlichen Oberfläche des SEO-Plugins lassen sich diese Angaben bei Bedarf für jede einzelne Seite optimieren.
  • Beim Analysieren der Seiten findet Google professionelle Inhalte vor: Aussagekräftige Überschriften und Texte, größenreduzierte Bilder, nützliche Links. Das WordPress-System gewährleistet eine standardkonforme Programmierung. All diese Faktoren dienen in erster Linie Ihren Besuchern und werden deshalb von Google honoriert.

Bereits eine einfache Website von Studio2 besitzt also alle notwendigen Merkmale, um bei Google gefunden und positiv bewertet zu werden.

SEO-Strategie 2: Kontinuierlich am Ranking arbeiten

Steve Mortiboy definiert SEO als »eine Reihe von Prozessen, die man regelmäßig durchführen sollte um zu beeinflussen, wie Suchmaschinen den eigenen Inhalt in den Suchergebnissen aufführen«. Sind Sie bereit, kontinuierlich in Ihre Google-Platzierung und den Erfolg Ihrer Website zu investieren? Mit einem WordPress-Blog besitzen Sie das beste Werkzeug dafür, denn der Schlüssel liegt darin, regelmäßig neue Inhalte zu publizieren. Steve Mortiboys Empfehlungen:

  • Konzentrieren Sie sich auf hochwertige, selbst geschriebene, informative Inhalte.
  • Zeigen Sie, dass Sie der geeignete Experte für das sind, was Sie vermarkten oder verkaufen.
  • Verstehen Sie, wonach Ihr Publikum sucht. Nutzen Sie den Blog, um regelmäßig frischen Inhalt zu veröffentlichen; achten Sie aber darauf, dass der Inhalt nicht darunter leidet, sondern Ihre Leser mitreißt.
  • Lernen Sie, wie Sie den Inhalt der einzelnen Seiten optimieren. Konzentrieren Sie sich auf ein wichtiges Schlagwort pro Seite; verwenden Sie diesen Begriff in der Headline und den Zwischenüberschriften, im ersten und letzten Absatz – aber nicht überstrapazieren. Der Text muss in erster Linie für Ihre Benutzer geschrieben sein!

Neben den Inhalten tragen die folgenden technischen Ansatzpunkte ebenfalls dazu bei, das Google-Ranking zu verbessern. Hier empfiehlt sich die Unterstützung durch einen Dienstleister wie Studio2.

  • Bilder auszeichnen: Google kann den Inhalt von Bilddateien nur begrenzt auswerten und belohnt daher, wenn Bilder einen verständlichen Dateinamen besitzen und ALT- sowie TITLE-Tags besitzen. Positiver Nebeneffekt: Die Bilder werden auch über die Google Bildersuche besser gefunden und bringen dadurch zusätzliche Besucher auf die Seite.
  • Social Media-Integration: Plattformen wie Facebook bieten andere Möglichkeiten, Ihre Themen zu verbreiten als die eigene Website. Werden Ihre Blogbeiträge in den Sozialen Medien verlinkt und positiv bewertet, wirkt sich das auch auf das Ranking positiv aus.
  • Backlinks sind weiterhin ein Thema. Es lohnt sich, gute Partner zu finden und Berichte auf wichtigen Branchen-Plattformen oder in der örtlichen Tageszeitung zu bekommen. Kommerzielle Link-Promotion-Anbieter dagegen sind kontraproduktiv.
  • Die Ladegeschwindigkeit der Website verbessern. Bei langen Ladezeiten brechen Besucher vorzeitig ab. Google misst diesem Thema große Bedeutung bei und stellt Tools zur Verfügung, die Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen.
  • Fortschritte beobachten. Behalten Sie mit Google Analytics oder Piwik im Blick, wie Besucher auf Ihre Website kommen und welche Seiten sie anschauen. Das kann helfen, den Erfolg neuer Seiten zu überprüfen und Schwachstellen zu entdecken. Und nur durch die tatsächlichen Besucherzahlen sehen Sie, was Ihre Bemühungen bewirken.

Als weiterführende Maßnahme bietet sich Google AdWords an, die Werbung neben den Suchergebnissen. Damit verlassen wir jedoch den SEO-Kernbereich und betreten den Bereich des SEM, des Suchmaschinenmarketings.

Fazit

Google bevorzugt Websites, die ihren Besuchern gute, nützliche Inhalte bieten und sich an Webstandards halten. Durch sinnvolle SEO-Praxis ist daher allen gedient: Ihren Besuchern, den Suchmaschinen und Ihren eigenen Interessen.

WordPress ist eine sehr gute Grundlage für SEO. Bereits mit einer einfachen Website von Studio2 haben Sie bei Google gute Karten. Auch mit höheren Ansprüchen sind Sie gut bedient: WordPress ist eine optimale Plattform, um regelmäßige neue Beiträge zu veröffentlichen, Netzwerke aufzubauen und die Ergebnisse zu kontrollieren. Denn auch wenn es keine Garantie auf Nummer-1-Platzierung gibt und der Arbeitsalltag aus oft unbefriedigender Detailarbeit besteht: Letztlich ist SEO für erfolgreiches Online-Marketing unverzichtbar.

 

Quelle:
Vortrag »SEO For Business Owners« auf dem WordCamp Raleigh 2015

Weitere Informationen:
Google Richtlinien für Webmaster
Google bestraft deutsche SEO-Agentur und ihre Kunden

.