Logos weitergeben

Date:  |  Author: Matthias Pommranz

Icon Dateien»Firma soundso braucht unser Logo. Schicken Sie mir mal eine JPG-Datei?« Dieser Kundenwunsch tut dem Grafiker ein bisschen weh – das JPG-Format ist nicht gerade erste Wahl für Logo-Dateien. Dieser Beitrag zeigt, welche Unterschiede es bei den Grafik-Dateitypen gibt und wofür sie am besten eingesetzt werden.

Vektor- vs. Bitmap-Grafiken

Dass viele Grafiken aus Pixeln bestehen, weiß jeder, der schon mal in der Vergrößerung die gezackten Kanten gesehen hat, auch »Treppenstufeneffekt« genannt. Bilder aus verschiedenfarbigen Bildpunkten zusammenzusetzen (engl. Bitmap) macht bei Fotos Sinn. Für Grafiken mit Linien, Flächen und Schrift (z.B. Logos oder Diagramme) bietet sich eine andere Bildtechnik an: Umrisskurven (auch Vektoren, Pfade oder Outlines genannt).

Logo VektorLogo Bitmap
Vergrößerte Vektorzeichnung, in blau der gezeichnete Umriss mit BearbeitungspunktenVergrößerte Bitmap-Grafik, die Bildpixel sind deutlich erkennbar

Vektorgrafiken basieren auf Kurven, denen die gewünschten Eigenschaften (z. B. Füllfarbe, Farbe und Linienstärke des Umrisses) zugewiesen werden. Die einzelnen Objekte sind wie in einem Blätterstapel übereinander gelegt und ergeben das Gesamtbild; die Zwischenräume zwischen Objekten bleiben transparent. Vorteile dieser Technik:

  • Vektorgrafiken lassen sich beliebig vergrößern, die Kanten bleiben immer sauber
  • Die einzelnen Elemente lassen sich mit entsprechenden Programmen auch nachträglich bearbeiten (z. B. Textelemente, Kurvenverlauf, Größe einzelner Elemente)
  • Die Dateigröße ist kleiner als bei Bitmap-Grafiken

Jeder Grafiker wird Logos als Vektorgrafik aufbauen, denn diese Vorlage lässt sich für alle benötigten Zwecke in optimaler Qualität verwenden. Bei Bedarf wird die Vektorgrafik in eine Bitmap-Grafik konvertiert, was umgekehrt nicht ohne weiteres möglich ist.

EPS & Co. – vektorbasierte Dateitypen

Die grafische Industrie (Designstudios, Verlage, Druckereien etc.) zieht Vektorgrafiken in der Regel vor, da sie gegenüber Bitmaps die bessere Qualität liefern. Schneideplotter, die Folien für Schilder oder Fahrzeugbeschriftungen herstellen, benötigen sogar ausdrücklich Vektorvorlagen, damit das Messer das Motiv an den Kurven entlang ausschneiden kann. Weniger verbreitet sind Vektorgrafiken im Office-Bereich und für Online-Medien.

Icon AI-DateiAI, CDR: programmspezifische Dateiformate (Adobe Illustrator, CorelDraw)
Icon EPS-DateiEPS: Standard-Austauschformat für Vektorgrafiken
Icon WMF-DateiWMF, EMF: Windows-Dateiformate z. B. für Word; für Grafik Design-Anwendungen nicht geeignet
Icon SVG-DateiSVG: neueres Dateiformat für Online-Medien
Icon DXF-DateiDXF: im CAD-Bereich gebräuchlich; geeignet, um ggf. CAD-Zeichnungen in ein Grafikprogramm zu übernehmen

Probleme: Benutzer von älteren Betriebssystemen können oft Vektorgrafiken nicht direkt ansehen. Benutzen Sie hierfür einen passenden Bildbetrachter (z. B. IrfanView oder XnView). Oder versuchen Sie, die Grafik in Word oder einem Bildbearbeitungsprogramm zu importieren.

JPG & Co. – bitmapbasierte Dateitypen

Bitmap-Dateien sind in zwei Bereichen erste Wahl: für fotografische Abbildungen (neben Fotos auch Illustrationen bzw. Scans mit vielen Details) sowie bei Online-Medien (hier werden die Bildpixel meist 1:1 von den Bildschirm-Punkten dargestellt).

Icon PSD-DateiPSD: Dateiformat von Adobe PhotoShop, kann in Grafikprogrammen eingelesen werden; für Dateiaustausch dann geeignet, wenn der Empfänger das Format öffnen kann und von den zusätzlichen Funktionen (z. B. Ebenen, Masken, bearbeitbare Texte) profitiert
TIF-DateiTIF: programmunabhängiges Dateiformat, für Fotos in hoher Qualität ebenso wie für Strichgrafiken; relativ große Dateien
Icon JPG-DateiJPG, JPEG: Dateiformat, das durch seine Kompression kleine Dateigrößen ermöglicht, indem die Qualität der Abbildung reduziert wird (bei zunehmender Kompression immer deutlicher sichtbar); Einsatz: Fotos für Online-Medien oder im Office-Bereich; bei hohen Qualitätseinstellungen auch für den Online-Datenaustausch
Icon GIF-DateiGIF, PNG: weitere Formate für Online-Medien

Probleme: Beim Einsatz von Bitmaps ist darauf zu achten, ob die Auflösung der Datei für den aktuellen Einsatz geeignet ist oder ob es schon Probleme mit der Qualität gibt (sichtbare Bildpixel, Bildfehler durch JPG-Kompression, fehlerhafte Farbdarstellung durch falsches Farbprofil bzw. weil kein Color Management System eingesetzt wird). Ihre Bilder sollten Sie möglichst in einer hohen Auflösung archivieren; für spezielle Anwendungsfälle können Sie dann immer noch eine verkleinerte Version anlegen bzw. weitergeben.

Beispiel BildqualitätBeispiel BildqualitätBeispiel Bildqualität
Bitmap-Bild in Originalgröße und guter QualitätZu starke Vergrößerung: die Pixel werden sichtbarQualitätsverlust durch starke JPG-Komprimierung

Tipp: Logo-Paket

Geben Sie ab und zu Ihr Logo an einen Verlag, einen Dienstleister oder Geschäftspartner weiter? Legen Sie (bzw. Ihr Grafiker) dafür ein ZIP-Archiv mit mehreren Logo-Versionen an:

Icon Dateien
  • farbiges Logo als EPS oder AI-Datei (für grafische Anwendungen); dazu eine Graustufenversion, z. B. für sw-Anzeigen
  • farbiges Logo im JPG-Format (Breite ca. 10 cm, 300 dpi Auflösung), falls ein Bitmap benötigt wird; ebenso Graustufenversion
  • Text- oder PDF-Datei mit Farbdefinitionen des Logos (CMYK, RGB, Sonderfarben), mit Copyrightvermerk/Einsatzbeschränkungen und Ihren Kontaktdaten
  • falls vorhanden, PDF-Datei mit Vorschriften zur Handhabung des Logos (z. B. Freiraum ums Logo, Einsatz auf verschiedenen Hintergründen)

Dieses Paket braucht wenig Speicherplatz und lässt sich daher gut per E-Mail verschicken. In dem meisten Fällen findet der Empfänger darin alles, was er braucht, und Sie sparen sich die Rückfragen bei Ihrem Grafiker.

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